Mietspiegel in München nicht repräsentativ

Bei der Erstellung des Mietspiegels hat die Stadt München keine gültigen Daten erheben können. Da während des Lockdowns sich weniger Menschen an der Umfrage beteiligten, hätte dies eine viel höhere Durchschnittsmiete ergeben.
Nun soll es ein neues Verfahren für den Münchener Mietspiegel geben.

Der Haus- & Grundbesitzerverein streitet seit Jahren mit der Stadt München, da in den Mietspiegel 2017 unzulässigerweise auch Daten von Sozial- und Genossenschaftswohnungen eingeflossen sein sollen und somit die Durchschnittsmieten künstlich gesenkt wurden.
Und nun bestehen auch nocch Zweifel an der Validität der aktuellen Mietspiegel-Umfrage. Bei Haushalten mit Kindern oder mit Personen in systemrelevanten Berufen wie Krankenpfleger oder Kassierer könnte das erhöhte Arbeitsaufkommen zu einer niedrigeren Antwortbereitschaft geführt haben.
Viele Menschen, die in günstigen Wohnungen leben, mussten arbeiten. Menschen, die in höherpreisigen Wohnungen leben, hatten oft mehr Zeit, sich an der Umfrage zu beteiligen.
Die neueste Erhebung dauerte von Januar bis Ende Juni 2020. Für die Erstellung des Mietspiegels wird alle zwei Jahre eine Firma beauftragt, die Interviewer in die Münchner Haushalte schickt. Die gesammelten Daten werden ausgewertet und so entsteht der Münchner Mietspiegel. Wegen der Corona-Pandemie fand die Befragung nicht mehr wie zuvor, bei etwa einem Drittel der Haushalte persönlich vor Ort, sondern telefonisch statt. Dazu wurde der Fragebogen an die Haushalte verschickt und mit den Mietern telefonisch ausgefüllt.
In den ersten Analysen haben sich Auffälligkeiten in den Daten im Vergleich zu den vorangegangenen Mietspiegelerhebungen gezeigt. Nun wurde von der an der Analyse beteiligten LMU vorgeschlagen, die Mieten 2019 mit dem Verbraucherpreisindex neu zu berechnen. Dabei ergäben sich Mietsteigerungen von durchschnittlich 3,1 Prozent.
Im Mietspiegel 2019 war die Durchschnittsmiete im Vergleich zum Mietspiegel 2017 um 4,1 Prozent gestiegen. Hätte man damals bereits eine Fortschreibung mit dem Verbraucherpreisindex durchgeführt, wären die Preise lediglich um 3,5 Prozent gestiegen.

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